
Warum Haustiere manchmal eine Sedierung für Röntgen oder Ultraschall benötigen?
Wenn Ihr Hund oder Ihre Katze eine bildgebende Untersuchung wie Röntgen oder Ultraschall benötigt, kann es sein, dass Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt eine Sedierung empfiehlt. Dies ist möglicherweise nicht immer zwingend erforderlich, hilft aber in vielen Fällen, die Untersuchung sicher, genau und möglichst stressfrei für Ihr Tier durchzuführen (Grimm et al., 1999).
Warum eine Sedierung eingesetzt wird?
Bildgebende Untersuchungen liefern die besten Ergebnisse, wenn sich das Tier nicht bewegt. Schon kleine Bewegungen können die Bilder unscharf machen und ihre Aussagekraft beeinträchtigen. Eine Sedierung kann empfohlen werden, wenn Ihr Tier:
• ängstlich oder gestresst in der Tierarztpraxis ist
• Schmerzen hat, die das richtige Lagern erschweren
• sehr jung, sehr aktiv oder schwer zu fixieren ist
• eine besonders genaue Positionierung benötigt (z. B. bei Hüft- oder Wirbelsäulenröntgen)
Studien zeigen, dass eine geeignete Sedierung die Bildqualität verbessert und Wiederholungsaufnahmen reduziert (Kocaturk et al., 2023).
Sedierung vs. Narkose
Sedierung ist "nicht dasselbe wie eine Vollnarkose".
• "Sedierung" = Ihr Tier ist ruhig und schläfrig, ist sich seiner Umgebung bis zu einem gewissen Grad bewusst, atmet aber selbstständig.
• "Narkose" = Ihr Tier ist vollständig bewusstlos und wird intensiv überwacht.
Für die meisten Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen reicht eine "leichte bis mittlere Sedierung" aus (Grimm et al., 1999).
Ist eine Sedierung sicher?
Für gesunde Tiere gilt eine Sedierung als sehr sicher. Die verwendeten Medikamente werden individuell ausgewählt und an Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und Temperament angepasst (ACVAA, 2025).
Untersuchungen an Hunden zeigen, dass häufig eingesetzte Sedierungsprotokolle nur leichte und vorübergehende Veränderungen von Herz- und Atemfrequenz verursachen, wenn eine angemessene Überwachung erfolgt (De Monte et al., 2023; Kocaturk et al., 2023).
Ist für einen Ultraschall immer eine Sedierung nötig?
Nein, nicht immer. Viele ruhige Tiere können ohne Sedierung untersucht werden. Bei ängstlichen oder schmerzhaften Patienten kann eine Sedierung jedoch helfen, eine gründliche und stressarme Untersuchung zu ermöglichen, insbesondere bei Herz- oder Bauchultraschall (Grimm et al., 1999).
Vorteile für Tier und Menschen
Eine Sedierung:
• reduziert Angst und Stress beim Tier
• erleichtert eine schmerzfreie Lagerung
• verbessert die diagnostische Bildqualität
• reduziert die Strahlenbelastung für das Praxispersonal bei Röntgenaufnahmen
Die meisten Tiere erholen sich schnell und können noch am selben Tag nach Hause gehen (ACVAA, 2025).
Zusammenfassung
Eine Sedierung wird manchmal empfohlen, um Ihrem Tier während bildgebender Untersuchungen Ruhe, Komfort und Sicherheit zu bieten. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Sedierung die Bildqualität verbessert und bei sachgemäßer Anwendung sehr sicher ist (Grimm et al., 1999; Kocaturk et al., 2023). Wenn eine Sedierung vorgeschlagen wird, dient dies dem Wohl Ihres Tieres und der bestmöglichen Diagnostik.
Referenzen:
• Grimm KA, Tranquilli WJ, Lamont LA. Sedation and chemical restraint in dogs and cats. Journal of the American Veterinary Medical Association, 1999.
• Kocaturk M et al. Comparison of xylazine–fentanyl and dexmedetomidine–fentanyl for sedation during radiography in dogs. Veterinary Anaesthesia and Analgesia* 2023.
• De Monte V et al. Effects of intramuscular alfaxalone and butorphanol sedation on cardiorespiratory variables and imaging parameters in dogs. Animals (MDPI), 2023.
• American College of Veterinary Anesthesia and Analgesia (ACVAA). Small Animal Anesthesia and Sedation Monitoring Guidelines, 2025.